Interessanter Leserbrief heute in der Financial Times: Ian Ross, der ehemalige Geschäftsführer von British American Racing schreibt, er glaube der Grund für Hondas Ausstieg und den Finanzproblemen von anderen Teams liege im Concorde-Abkommen aus dem Jahr 1998. Seiner Meinung nach ist die Finanzkrise daher nur der Auslöser für Hondas Rückzug, der Grund liege vielmehr in den Zugeständnissen die Bernie Ecclestone den Teams damals abgerungen hat. Laut Ian Ross erhält Formula One Management 70% der Brutto-Erlöse die im Rahmen der Formel 1 erwirtschaftet werden. Bei diesem Ungleichgewicht sei es laut Ross für Formel 1 Teams kaum möglich ein langfristig finanziell solides Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen.
Nach dem FOTA Meeting letzte Woche wurde bekannt, daß die Teams versuchen möchten dem Formula One Management (heutiger Mehrheitseigentümer ist CVC Capital Partners) finanzielle Zugeständnisse abzuringen. Alle vorangegangenen Versuche sind gescheitert, da sich die Teams nie auf einen gemeinsamen Nenner einigen konnten und weil in Zeiten in denen die Wirtschaft einigermaßen lief, Teams sich auch so einigermaßen über Wasser halten konnten. Daher kann ich Ian Ross nur zustimmen; die Formel 1 Teams hätten schon viel früher an einem Strang ziehen müssen um einen größeren Anteil an den Einnahmen aus der Vermarktung zu erhalten. Im Moment sieht es nämlich nicht gut aus, da die Formel 1 Holdinggesellschaft durch den Buy Out durch CVC Capital Partners vor ein paar Jahren stark verschuldet ist. Daher werden die Einnahmen zu einem großen Teil zur Schuldentilgung benötigt. Außerdem ist bei CVC Capital Partners zur Zeit wohl auch nicht so viel zu holen, da durch restriktive Kreditvergabe der Banken und Mittelabflüße von Investoren die Private Equity Industrie stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
