Berichte und Interviews in der letzten Woche scheinen darauf hinzudeuten, daß Toyota ernsthaft darüber nachdenkt, sich am Saisonende aus der Formel 1 zu verabschieden.
In den letzten Jahren stand ein Rückzug aus der Formel 1 nicht zur Debatte. Hätte man sich ohne nennenswerten Erfolge verabschiedet, wäre das in japanischer Sichtweise einem Versagen gleichgekommen. Allein schon deshalb hatte Toyota bisher überhaupt keine Wahl gehabt aufzuhören.
Mittlerweile haben sich die Zeiten aber geändert. Honda ist ausgestiegen und hat damit die Hemmschwelle für Toyota, über einen Ausstieg nachzudenken, erheblich reduziert. Außerdem hat Toyota im Zuge der Weltwirtschaftskrise den ersten Jahresverlust der Firmengeschichte eingefahren. Sollte sich Toyota am Ende des Jahres zurückziehen, könnte man die Entscheidung mit der aktuellen Wirtschaftlage begründen und somit das Gesicht wahren.
Nachdem Jarno Trulli in einem Interview in Italien angedeutet hat, man müsse in den ersten sechs Rennen einen Sieg einfahren, ist das erste Saisondrittel für die Kölner möglicherweise die letzte Chance die Zukunft in der Formel 1 zu retten. Das sechste Saisonrennen ist Ende Mai in Monaco. Möglicherweise wird der Vorstand in Japan im Laufe des Junis dann eine Entscheidung treffen. Sollte die Entscheidung negativ ausfallen, hätte Toyota noch mehrere Monate Zeit einen Käufer zu finden, der das Formel 1 Projekt weiter betreibt. Somit stünden die Chancen das Team zu erhalten, wenn auch nicht mehr in der jetzigen Größe, deutlich besser als im Moment bei Honda. Die Toyota Motorsport GmbH in Köln wird vielleicht auch in kleinerem Rahmen weiterbestehen und sich um andere Motorsportprojekte des Konzerns kümmern (z.B. Rückkehr nach Le Mans oder auch einen DTM-Einstieg von Lexus).
